In der Vorlesung „Innovative Marketing Methoden“ bei Prof. Illik erstelle ich einen Block zum Thema „Social Networks und pädagogische Aspekte“
Nun jetzt eine kleine Definition zum Thema: „Social networking ist eine webbasierte soziale Struktur und stellt eine Strömung im Internet dar. Es geht darum, dass Nutzer Onlineportale nicht nur passiv nutzen, sondern aktiv mitgestalten und miteinander interagieren. Im Vordergrund stehen die Gemeinschaften, die im Internet ihre Interessen teilen.“
Unterberücksichtigung der pädagogischen Aspekten, lässt sich sagen dass die Jugend das Internet zum informations-, Identitäts- und Beziehungsmanagement nutzt.
Jugendlichen als Mitglieder der Sozialen Netzwerke nutzen die
soziale Treffpunkte wie SchuelerVZ, Facebook oder My Space. Dadurch haben diese Portale in den letzten Jahren enormen Zuwachs bekommen. 81 Prozent der 14-19-Jährigen sind Mitglied in einem solchen Netzwerk, viele sogar in mehreren.
Das eigene Profil wird gestaltet und zur Beziehungen pflegen genutzt.
Gerade beim Beginn der Pubertät ist für Jugendliche die Gestaltung der eigenen Identität als persönliches Profil in sozialen Netzwerken interessant. Dazu gehört die Darstellung der eigenen Person und das Interesse, wie Freunde einen selbst sehen.
Von der ganzen Bandbreite sozialer Kontaktpflege und dem Anknüpfen neuer Beziehungen bietet die „Social Community“ Jugendlichen vor allem die Möglichkeit, aktuelle lockere Beziehungen zu pflegen und neue anzuknüpfen. Und zwar weniger in der großen weiten Welt des WWW, sondern viel mehr im nahen realen Lebensumfeld.
Das Schreiben von Nachrichten, das Verschicken von Fotos und Videos und anderer virtueller “Geschenke” wird zur Beziehungspflege. Das Internet hat dabei seinen festen Platz in der Medien-Gemeinschaft von Jugendlichen, neben Handy und MP3-Player.
Die sozialen Netzwerke fördern auch dialogisches Schreiben und eine aktiv-produktive Mediennutzung.
Selten ist veralltäglichte schriftliche Kommunikation soweit in allen Bevölkerungsschichten verbreitet gewesen wie derzeit durch die Internetnutzung.
Lehrerinnen und Lehrern stellt sich deshalb die Aufgabe, auch neue schriftliche Kommunikationsformen, zum Beispiel Textgattungen wie den Forenbeitrag, in den Blickpunkt pädagogischer Arbeit zu nehmen. Schülerinnen und Schüler sollten lernen, Informationen kritisch zu prüfen und Persönlichkeitsrechte zu achten.
Daneben gibt es weitere Risiken in der neuen Welt der grenzenlosen Kommunikation - die eben doch Grenzen hat. Der sozialen Netzwerk-Plattform bringen Jugendliche einen zu großen Vertrauensvorschuss entgegen. Die emotionale Überbewertung von Kontakten, indem sie vermeintlich “Seelenverwandte” im Netz entdecken.
Es kann geschehen, dass Jugendliche die Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte anderer verletzen (“aus Versehen an alle geschickt”). Das Internet vergisst nichts, heißt es, und vermeintlich lustige Partyfotos können später leicht zum Problem werden.
- Gefährdet sind Jugendliche auch durch ihresgleichen: Mobbing, Cyberbullying und Stalking via Netz.
- Im Wettbewerb um Beliebtheit setzen sie sich selbst unter Druck, denn die Freundesanzahl wird hier ja erstmals öffentlich dokumentiert.
- Emotionen wie Eifersucht oder Kontrollwünsche verstärken sich. Auch Beziehungskonflikte werden hemmungsloser ausgetragen.
- Beziehungsabbrüche drohen sehr viel ungebremster und soziale Ausgrenzung kann sich bruttaler auswirken.
- Die große Herausforderung an soziale Kompetenz besteht in der Sichtbarkeit der digitalen Interaktion für alle.
Dennoch sind diese erschreckend wirkenden sozialen Treffpunkte für Betroffene doch eher eine Hilfe, um über ihre Probleme sprechen zu können.
Die großen Chancen werden gesehen in der Erleichterung der Beziehungspflege, im Abbau von Kontakthemmnissen, in der Möglichkeit virtueller Präsenz und der Vernetzungsmöglichkeit ethnischer Minderheiten (Beispiele z.B. Plattformen von Jugendlichen türkischer Herkunft).
Die Erwachsene sollten wissen was Ihre Kinder im Internet machen, welche Portale Sie besuchen und mit wem sie kommunizieren.